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Wie lange dauert eine Eingewöhnung?

Die Eingewöhnungszeit ist zeitlich nur bedingt festzulegen, da jedes Kind anders ist. Jedes Kind hat eigene Bedürfnisse, Gewohnheiten, Beziehungen, Vorlieben und Gefühle. Daher wird jeden Tag zwischen Eltern und der Erzieherin besprochen, wie lange das Kind an diesem Tag in der Kita bleibt. Eine für das Kind optimale Eingewöhnungszeit kann zwischen zwei Wochen und drei Monaten dauern. Mögliche Symptome für eine schlechte Eingewöhnung wären z.B.: häufige Krankheit des Kindes, unregelmäßige Besuche in der Kita oder lustloses und passives Verhalten des Kindes.

Die Grundphase der Eingewöhnung:
Die Grundphase beinhaltet drei Tage. In dieser Zeit hält sich das Kind für ein bis zwei Stunden mit dem begleitenden Elternteil in der Einrichtung auf. Die Bindungsperson sollte in dieser Zeit den Raum nicht ohne das Kind verlassen und das Kind auch nicht drängen, sich von ihr zu entfernen. Während des Aufenthaltes im Gruppenraum sollten sich die Eltern grundsätzlich passiv verhalten und dabei die Rolle des Beobachters einnehmen und dabei die „sichere Basis“ für das Kind sein.

Der erste Tag:
Das Kind soll sich mit der neuen Umgebung vertraut machen und dabei seine Spiel- und Erkundungsaktivitäten frei bestimmen. Die Erzieherin verhält sich zurückhaltend, reagiert aber auf erste Kontaktversuche des Kindes. Der Schwerpunkt der Erzieherin liegt am ersten Tag darin, die Beziehung zwischen Elternteil und Kind zu beobachten, um so die ganz persönliche Art der Integration zu ermitteln. Diese Kenntnisse helfen der Erzieherin zur besseren Kontaktaufnahme. Durch freundliche Gespräche mit dem Elternteil, wird dem Kind die Kontaktaufnahme erleichtert, da es sich in seiner Bewertung der Situation am Verhalten der Mutter/Vater orientiert. Mit kleinen Neckspielen oder dem vorsichtigen Versuch sich an dem Spiel des Kindes zu beteiligen, kann die Erzieherin mit dem Kind in Kontakt treten.

Der zweite Tag:
An diesem Tag liegt der Schwerpunkt der Erzieherin auf der Spielsituation des Kindes. Die Erzieherin setzt ihre behutsame Annäherung an das Kind weiter fort. Sie versucht durch ein gemeinsames Spiel mit dem Kind in Kontakt zu treten, Vorlieben, Abneigungen und aktuelle Bedürfnisse herauszufinden.

Der dritte Tag:
Der dritte Tag verläuft wie der zweite Tag, um dem Kind eine gewisse Stabilität durch die Wiederholung zu ermöglichen. Die Erzieherin versucht immer mehr Kontakt zu dem Kind aufzubauen, um das Vertrauen zu gewinnen.

Der vierte Tag:
An diesem Tag wird vorläufig entschieden, ob eine kürzere oder längere Begleitung durch die Eltern notwendig ist. Grundlage für diese Entscheidung ist die Reaktion des Kindes auf den ersten Trennungsversuch. Die Dauer der Trennung wird von Tag zu Tag anhand des Befindens des Kindes neu vereinbart. Angefangen wird am vierten Tag mit maximal 30 Minuten. Wichtig ist es, dass die Eltern ihrem Kind immer „Tschüß“ sagen und ihm wahrheitsgetreu erzählt wird, warum und wohin sie gehen. Hatten die Trennungsversuche Erfolg, das Kind ließ sich beruhigen, wirkt ausgeglichen und fühlt sich wohl, befindet es sich in der Schlussphase der Eingewöhnung.

Schlussphase:
In der Schlussphase halten sich die Eltern nicht mehr mit dem Kind in der Kita auf. Jedoch müssen sie telefonisch erreichbar sein, falls die Tragfähigkeit der neuen Beziehung zur Erzieherin noch nicht ausreicht.
Die Eingewöhnung des Kindes gilt als abgeschlossen, wenn das Kind die Erzieherin als „sichere Basis“ akzeptiert und sich von ihr trösten lässt.

Es kann sein, dass dieses Phasenmodel nicht bei jedem Kind angewandt werden kann und die Bezugsperson ein anderes Vorgehen bestimmen muss. Dabei verfolgt die Mitarbeiter/innen unserer Kindertagesstätte das gleiche Ziel wie die Eltern:

Wir möchten, dass sich ein Kind bei uns wohl und geborgen fühlt!